Artikel 3: Die ersten Tage ohne die Tage

Der Schwangerschaftstest

Es ist also tatsächlich passiert. Deine Frau wird Dich, sofern Du den Moment nicht gespürt hast (siehe Artikel 2: Der Moment in dem es passiert), gegebenenfalls ziemlich überraschend, nach ein paar Wochen über die ausgebliebene Regelblutung informieren. Macht den ersten Schwangerschaftstest einfach gemeinsam. Das ist spannender. Hoffentlich hast Du bereits Plastikbecher besorgt. Schnapp Dir also einen solchen, am besten gleich zwei und eine Stoppuhr (oder Dein Smartphone mit geöffneter Stoppuhr). Deine Frau wird Mittelstrahlurin in den einen Becher abgeben. Du hast dann etwa 10 Sekunden Zeit, den Schwangerschaftstest-Stift in den Urinbecher zu tauchen und die Stoppuhr zu starten. Je nach Test muss das Teil wenige Sekunden bis ein paar Minuten darin verweilen. Je nach Modell – könnte sich bereits nach kurzer Zeit ein erster Streifen andeuten oder verfärben – der Selbsttest, der Euch sagt: Ja, das war Urin in ausreichender Menge und Qualität. Und der Schwangerschaftstest ist noch funktionstüchtig. Ob er auch ein richtiges Ergebnis anzeigt, ist noch nicht gesagt, aber dazu später mehr.

Also, die Spannung wird sicherlich bereits ins Unerträgliche gehen. Kommt da noch ein Strich? Ist das schon ein Strich? Mach mal das Licht heller! Da ist doch ein Strich, oder? Also mit viel… DA SCHAU, oder?! Puh, also ich seh‘ ja nur einen Schatten.

Falsche Schwangerschaftstest Ergebnisse

Egal, wie das Ergebnis ausfällt – oftmals täuscht sich der Test, vor allem auf der Falsch-Negativ Seite. Denn, obwohl wir den Moment ja gespürt haben, und uns ziemlich sicher waren, dass es „das“ war, zeigte der erste Test negativ an. Nach ein paar Tagen ohne Blutung und mit einem immer noch ungewissen Gefühl haben wir dann den Frauenarzt aufgesucht (ja, wir, gewöhn‘ Dich schon einmal dran, wenn Du ein Vorzeige Leib… äh Ehemann werden möchtest – und das möchtest Du doch, stimmt’s?). Der Urintest dort war ebenfalls negativ. Na so was. Konnten wir uns so in unserem Gefühl täuschen?

Daheim also erst einmal eine Flasche Rotwein aufgemacht und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Am nächsten Morgen kam dann der Anruf von der Frauenarztpraxis. Schwanger.

Der Bluttest hat bereits erhöhtes HCG angezeigt. Das Hormon „humane Choriongonadotropin“ (HCG) wird Dich die nächsten Wochen begleiten – Du sammelst Bonuspunkte, wenn Du Deine Frau dabei unterstützt, die HCG Werte richtig zu interpretieren und gemeinsam die Entwicklung zu feiern. Das HCG wird Euch in der Frühschwangerschaft so einiges verraten. Entwickelt sich der Embryo wie erwartet? Ist es einer, zwei oder gar drei? Eine engmaschige Kontrolle ist hier wichtig.

Also, lasst Euch nicht von negativen Urintests in die Irre führen, wenn Euer Gefühl etwas anderes sagt. Und, für alle unsicheren, besorgten, vom schlechten Gewissen geplagten Frauen (und Euch besorgte Vorzeige-Männer):

Ist es schädlich, wenn ich vor dem Schwangerschaftstest Alkohol getrunken habe (ihr erinnert Euch an die Weinflasche weiter oben)?

Alles-oder-Nichts-Prinzip

Nein, ist es nicht. In den ersten 14 Tagen gilt das Alles-oder-Nichts-Prinzip. Entweder, die Eizelle ist gesund und einwandfrei befruchtet worden, dann nistet sie sich auch ein (sofern das Nest gesund ist, dazu viel später noch mehr). Oder eben nicht. Dann lässt sich das mit Alkohol weder beschleunigen noch verhindern. Erst wenn danach eine eigene Blutverbindung aufgebaut wurde, muss auf Alkohol und andere schädliche Substanzen verzichtet werden. Bereite Dich schon einmal darauf vor: Du wirst ellenlange Inhaltsstoffe und Zutaten Listen durchforsten – denn ab jetzt lauern überall gefühlte Gefahren. Listerien, Alkohol in Soßen und Süßigkeiten, Zimt, Kräuter und weiß-der-geier was alles noch, womit Eure Frauen von den Frauenblogs und Hochglanzmistseiten so verrückt gemacht werden.

Achja, apropos Alkohol – wofür war noch gleich der zweite Plastikbecher? Im Positivfall kannst Du Dir damit gleich einmal einen Schampus einschenken. Deine Frau bekommt besser gleich nur noch Apfelsaft oder sowas. Deswegen auch kein dritter Plastikbecher, sondern ein Glas.

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